Predigt von Professor Dr. Ludwig Schick Erzbischof em. von Bamberg am 13.7.2026 in Maria Limbach:
Es gilt das gesprochene Wort.
Lesung: Jes 1, 10-17
Evangelium: Mt 10, 34-11,1
Liebe Schwestern und Brüder,
liebe Mitbrüder im geistlichen Dienst,
liebe Wallfahrerinnen und Wallfahrer
zur Fatima-Monatswallfahrt nach Maria Limbach!
Gerne feiere ich wieder einmal mit Ihnen einen Gottesdienst in der schönen Balthasar Neumann Kirche in Maria Limbach. Das Gotteshaus zeigt in seiner barocken Pracht, dass der Glaube an Gott das Leben bereichert und schön macht. Die Schönheit des Lebens erfahren wir, wenn Gerechtigkeit, Friede, Wohlwollen und Freude herrschen. Die Botschaften der Gottesmutter in Fatima wollen das bewirken: Das Leben der Menschen soll schön werden! Dazu braucht es Bekehrung und Versöhnung mit Gott und untereinander. Deshalb feiern wir heute die Eucharistie nach dem Meßformular „Maria, Mutter der Versöhnung“ und beten um Bekehrung und Versöhnung.
Der Fatima-Tag heute am 13. Juli erinnert uns an die zweite Erscheinung der Gottesmutter in Fatima am 13. Juli 1917.
Es war die wichtigste von den sechs Erscheinungen, mit den wichtigsten Botschaften der Gottesmutter an die Menschheit, die die drei Kinder, Jacinta, Francisco und Lucia erhielten. Lucia konnte ich noch persönlich kennenlernen und mit ihr als hochbetagte Karmel-Schwester in Coimbra über die Erscheinungen in der Cova da Iria sprechen.
Es sind die folgenden fünf Botschaften:
•Der dringende Aufruf an die Menschen, sich zu Gott und zu seinen Geboten zu bekehren.
•Die Androhung der Hölle als schrecklichen Ort, um von den Sünden abzuhalten.
•Die Forderung, für die Sünden, die Gott beleidigen und ebenso die Gottesmutter, Sühne zu leisten. (Sühne klingt für uns abschreckend, aber wenn wir Sühne als Mittel zur Versöhnung verstehen, was gemeint ist, dann ist sie auch für uns erstrebenswert – Sühne zur Versöhnung),
•Gebet um die Bekehrung Russlands,
•Wirken für den Frieden weltweit.
Die Botschaften von Fatima werden immer wieder – und auch heute – verfemt und als unbiblisch, Angst machend und überholt abgetan.
Aber, liebe Schwestern und Brüder, sie sind erstens biblisch, zweitens sehr aktuell und drittens sehr heilsam.
Ich habe heute die fortlaufende Lesung und das Evangelium vom Tag genommen, also vom Montag der 15. Woche im Jahreskreis.
Der Prophet Jesaja sagt 500 Jahre vor Christus das, was die Gottesmutter den Kindern 1917 sagte. Jesaja ruft Israel, das sich von Gott abgewandt hat und den Baalen opfert, das die Zehn Gebote vergessen hat und das dem Unrecht und der Lieblosigkeit verfallen ist, zur Umkehr und Sühne auf, mit der Verheißung, dass sich dann Gott seinem Volk wieder zuwenden und Frieden und Heil bringen wird.
Ebenso fordert Jesus im Evangelium Bekehrung – zu sich!
Es sind ernste und erschreckende Forderungen, die er aufstellt. Sagen will er mit diesen, dass der Mensch sich durch nichts hindern lassen darf, in seine Nachfolge einzutreten und darin treu zu bleiben, das Leben lang. Keine Familienbindungen und keine Rücksichten auf Freunde, nicht Furcht vor Nachteilen oder Aussicht auf Vorteile, dürfen hindern, sich zu Jesus Christus zu bekennen und entsprechend zu leben. Die Lesung und das Evangelium des heutigen Tages sagen also das gleiche, was die Gottesmutter den Kindern in Fatima am 13. Juli 1917 übermittelte. Die Botschaft von Fatima ist biblisch!
Die Bekehrung Russlands ist derzeit, sicher mit anderen Worten, in aller Munde. Putin soll sich bekehren, er soll statt Kriegsherr gegen die Ukraine und andere Staaten Friedensbringer sein. Das fordern die Nato, die Europäische Union und fast alle Politiker weltweit. Die Botschaft von Fatima bezüglich Russlands ist sehr aktuell!
Die Forderung der Gottesmutter in Fatima, für die Bekehrung Russlands und für den Frieden in der ganzen Welt zu wirken, ist heilsam.
Die Botschaften von Fatima sind sehr fordernd, aber nicht ängstigend! Die schrecklichen Höllenvisionen, von denen die Seherkinder berichten, sollen die Menschen bewegen, von den Sünden, die die Hölle bereiten, abzulassen. Die Darstellung der Hölle mag hyperbolisch, also überzogen sein, wie auch manche Aussagen Jesu in der Bibel. Aber sie sind heilsam. Damit sie erfolgreich werden, ist die Übertreibung notwendig.
Wahr ist: Menschen bereiten sich die Hölle, wenn sie sich von Gott, seinen Geboten und seinen Verheißungen lösen, schon in dieser Welt und dann in der anderen auf ewig.
Der Schrei nach Frieden in der Welt ist ebenfalls derzeit in aller Munde. Die vielen Kriege, die wir erleben, zerstören unsere ganze Welt. Das Gebet und das Wirken für den Frieden ist so notwendig wie die Luft zum Atmen. Wenn die Kriege nicht bald ein Ende haben und sich gegebenenfalls noch vermehren, dann wird immer mehr Menschen der Atem ausgehen, weil sie getötet werden oder sich gegenseitig umbringen und weil Kriege das soziale und wirtschaftliche Leben, die Umwelt und die ganze Schöpfung zerstören.
Die Botschaft von Fatima ist ernst, weil sie ernst gemeint ist und ernst genommen werden muss, damit sie erfolgreich wird. Es ist eine Botschaft, die zum Frieden, zum Wohlergehen, zum Guten und Schönen führen will. Nehmen wir sie ernst und verbreiten wir sie, damit wir eine gute Zukunft haben. Das will Gott und die Gottesmutter für uns.
Amen
Text: Professor Dr. Ludwig Schick Erzbischof em. von Bamberg
Bilder: FWA Würzburg
















































