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Wallfahrt nach Krakau, auf den Spuren des Hl. Johannes Paul II.

Zur großen Jahreswallfahrt des Fatima-Apostolates nach Polen traf sich die Pilgergruppe am 30. Juni frühmorgens um 7:00 Uhr am Frankfurter Flughafen. Diözesanleiter Vikar Christian Stadtmüller begleitete die  Gruppe zusammen mit Pfarrer Robert Stolzenberger und Pfarrer Richard Englert. Nach dem „Check-in“ war noch genügend Zeit, in der  Flughafenkapelle gemeinsam den „Engel des Herrn zu beten“ und den Reisesegen empfangen. Schon nach gut einer Stunde konnten die Wallfahrer in Krakau landen und sich auf den Weg ins Hotel machen. Dort angekommen, ging es zu einem ersten Spaziergang durch die schöne Altstadt mit dem weitläufigen Marktplatz und den berühmten Tuchhallen.

 Die Gruppe durfte die schöne gotische Marienkirche besuchen, deren Hochaltar zu den Hauptwerken von Veit Stoß zählt. Nach den ersten Eindrücken stärkten sich die Wallfahrer in einem kleinen Restaurant. Der späte Nachmittag war der Besichtigung der Dominikanerkirche gewidmet, deren Portalhalle die Besucher mit beeindruckender  floraler Ornamentik begrüßte. In der Kapelle des hl. Hyazinth beteten die Pilger den Rosenkranz und feierten anschließend die heilige Messe am Grabaltar des für Polen so wichtigen Heiligen.

 Nach einem Fußmarsch durch strömenden Regen wartete das Hotel mit dem ersten Abendmenü auf. Nach dem Essen und einer kurzen Zeit der Erholung konnte sich eine kleine Gruppe auf den Weg machen, die abendliche Krakauer Altstadt zu erkunden.

 Am nächsten Tag stand die Besichtigung des Wawel auf dem Programm. Bei der Führung durch das Wawel-Schloss, in dessen Gemächer einst die polnischen Könige residierten, konnten die Pilger neben der imposanten Ausstellung auch die die wertvollen Wandteppiche aus dem 16. Jahrhundert bewundern. Die Wawel-Kathedrale mit dem prachtvollen Hochaltar beherbergt den Sarkophag des hl. Stanislaus. In der Krypta hat nicht nur Papst Johannes Paul II. seine erste heilige Messe gefeiert, sondern auch viele wichtige Persönlichkeiten ihre letzte Ruhe gefunden. Zuletzt das Präsidentenpaar Lech und Maria Kaczynski.

 Nach dem gemeinsamen Rosenkranzgebet feierten die Priester an einem Seitenaltar in der Marienkirche mit den Pilgern die heilige Messe. Danach gab Vikar Stadtmüller den Einzelnen die Gelegenheit, sich mit einer Blutreliquie des hl. Papstes Johannes Paul II. segnen zu lassen. Für viele ein wichtiger Augenblick der ganzen Wallfahrt.

 Hernach war bis zum Abendbrot, die Möglichkeit zu bummeln und die Altstadt auf eigene Faust zu erkunden. Nach dem Abendessen nutzen viele die Zeit, sich zu erholen, andere wurden von der Fußballweltmeisterschaft in den Bann gezogen und wieder andere machten sich mit Taxis auf den Weg ins jüdische Viertel, um sich dort umzusehen und den gelungenen Tag gemeinsam ausklingen zu lassen.

Am Vormittag des dritten Tages wurde das Sanktuarium der göttlichen Barmherzigkeit besucht. Dort, in Lagiewniki, erlebte die heilige Schwester Faustyna Kowalksa die Erscheinungen des Barmherzigen Jesus, die von diesem Ort in die ganze Welt verbreitet wurden. Eine junge Schwester der Kongregation hielt für die Pilger des Fatima-Apostolates eine Einführung in die Geschichte und den Kult der Göttlichen Barmherzigkeit.

In der alten Wallfahrtskirche, in der das Originalbild des Barmherzigen Jesus und die sterbliche Hülle von Schwester Faustyna verehrt werden, feierte Pfarrer Englert mit seinen Mitbrüdern die heilige Messe. Die anschließende Führung über das Gelände des alten Klosters und der neuen Anlage des Sanktuariums endete mit dem Gebet des Barmherzigkeitsrosenkranzes in der neuen Wallfahrtskirche, die 2002 vom hl. Papst Johannes Paul II. eingeweiht wurde.

Der zweite Höhepunkt des Tages war der Geburtsort des heiligen Papstes. In Wadowice besichtigten die Pilger zunächst das originell errichtete und ausgestattete Museum im Geburtshaus des Karol Wojtyla. Danach lud die örtliche Pfarrkirche, die mittlerweile zur päpstlichen Basilika erhoben wurde, zum Verweilen ein. Das erhaltene Taufbecken und die wunderbare Ausmalung aus neuerer Zeit beeindruckten die Wallfahrer.

Der Vormittag des Donnerstag stand zur freien Verfügung. Einkäufe wurden getätigt, Cafés aufgesucht und das pulsierende Leben auf dem Marktplatz beobachtet. Um die Mittagszeit aber hieß es, zum eigentlichen Hauptziel der Reise aufzubrechen. Jasna Góra in Tschenstochau beheimatet das größte und bedeutendste Marientheiligtum Polens befindet: die schwarze Madonna. Vorort bekam die Gruppe eine Führung in und um das Paulinerkloster.

 In der Gnadenkapelle in der halbstündig heilige Messen gefeiert werden, durften die Pilger zusammen mit ihren drei Priestern das heilige Opfer feiern. Die Eucharistiefeier und die eindringliche Predigt an diesem großen Gnadenort waren ein tiefes geistiges Erlebnis und werden sicher lange nachwirken. Zum Abschluss versammelte sich die beschenkte Schar in der Basilika und sang das Lied der Schwarzen Madonna. Dem weiten Weg geschuldet wurde um 21:30 Uhr das Abendessen eingenommen und ein eindrucksvoller Tag ging zu Ende.

 Am vorletzten Tag der Pilgerreise stand die Fahrt zum 700 Jahre alten Salzbergwerk Wieliczka auf dem Programm. In 130 m Tiefe erwartete die Gruppe eine Welt ganz aus Salz, die zu den schützenswerten Kulturgütern der Unesco gehört. Während der fast drei Stunden unter Tage staunten die Pilger über die Märchenlandschaft aus schimmernden Kristallgrotten, bizarr geformte Höhlen, Kapellen in kunstvoll geschnitzten Ornamenten und Skulpturen. Die größte und schönste Kapelle ist nach der heiligen Kunigundis benannt. Nach der eindrucksvollen Reise unter die Erde stärkten sich die Wallfahrer erst einmal mit einem deftigen landestypischen Mittagessen 

Auf der Rückfahrt wurde ein kurzer Stopp in der einst kommunistischen Musterstadt Nowa Huta gemacht. Dort wurde auf Initiative von Kardinal Wojtyla von den Arbeitern in zwanzig mühevollen Jahren eine Schiffskirche gebaut, die bis zur Wende dem Regime ein Dorn im Auge war.

In der Kapelle der Versöhnung feierte Pfarrer Stolzenberger die Hl. Messe und hielt die Predigt. In der Anbetungskapelle, die eine Fatima-Madonna beherbergt, konnten die Pilger anschließend das Allerheiligste anbeten und die heilige Beichte ablegen.

Am Abend hieß es für alle treuen Fußballfans, das Spiel der Nationalelf anzuschauen oder sich auf den Weg in die Innenstadt zu machen, um auf der Dachterrasse der Tuchhallen gebührend den letzten Abend gemeinsam ausklingen zu lassen.

Am Morgen des letzten Tages feierten die Wallfahrer zum Abschluss noch einmal in der reich verzierten Franziskanerkirche die heilige Messe. Hier betete der junge Priester Karol Wojtyla, worüber heute ein Schildchen an seinem Stammplatz informiert. In dem gegenüberliegenden Bischofspalast mit dem so genannten Papstfenster, wohnte Kardinal Wojtyla bevor er zum Papst gewählt wurde. Nach ein paar wenigen freien Stunden, die Zeit gaben, sich von Krakau zu verabschieden, brachte der Bus die Gruppe zum Flughafen, wo sie sich von der polnischen Reisebegleiterin und Führerin bedanken und verabschieden konnten.

Nach fünf Tagen kehrte die Pilgergruppe dankbar für die segensreichen Tage, die tiefen Gebete und bestärkt im Glauben in die Heimat zurück. 

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