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140 Teilnehmer begrüßte Diözesanleiter Vikar Christian Stadtmüller zum traditionellen Besinnungstag des Fatima-Weltapostolates der Diözese Würzburg im Exerzitienhaus Himmelspforten in Würzburg. Als Referent konnte in diesem Jahr der durch die Medien bekannte Rektor der Päpstlichen Hochschule Benedikt XVI. in Heiligenkreuz, Prof. P. Dr. Karl Wallner OCist, gewonnen werden, der in seiner unnachahmlichen Art zum Thema „Die drei Dimensionen des Gebetes: Bitte, Dank und Lobpreis“ sprach.Der Besinnungstag war in drei Vortragseinheiten aufgebaut, zwei am Vormittag und eine am frühen Nachmittag. In seiner Einführung referierte Pater Karl über die heutige Distanz zum Glauben, die nun schon in der dritten Generation anhalte. Dies ist aber scheinbar ein europäisches Phänomen, denn in der übrigen katholischen Welt ist die Zahl der Gläubigen im Steigen begriffen.Es müsse viel mehr für das Gebet geworben werden, denn das Gebet bedeute den Eintritt in den Dialog mit Gott, ein Hinhören und die Verbindung auf Du und Du mit Gott eingehen. Das Gebet durchschreite Himmel und Erde. Beten müsse erst erlernt werden und dazu hilft uns vor allem die Gottesmutter Maria, die schon mit den Aposteln nach der Himmelfahrt gebetet hat, als die beste Lehrerin.Wie sollen wir beten?Zum einen locker und unverkrampft, aber zugleich eifrig und beharrlich, mit „heiliger Sturheit“, ja wir sollen Jesus mit dem Bittgebet „belästigen“, so Pater Karl. Schon der Apostel Paulus schrieb: „Betet ohne Unterlass“. Auch Hilfen, wie z. B. ein Herz-Jesu- oder Herz-Marien-Bild, das Kreuz im Herrgottswinkel oder eine andächtige Kniebeuge vor dem Kreuz, sind sinnvoll, auch ein kurzes Stoßgebet wie „ Jesus, ich grüße Dich, Du aber segne mich!“ Wir sollen Gott ganz bewusst preisen und den Willen Gottes in den Mittelpunkt stellen, denn Gott erhört jede Bitte, nur nicht immer so, wie es der Mensch sich vorstellt. Der Hl. Geist, den wir durch das Sakrament der Taufe empfangen haben und der durch das Sakrament der Firmung verstärkt wurde, betet in uns und hilft uns beim Gebet. Auch sollen wir uns an unseren Schutzengel und die Heiligen wenden, die bei Gott für uns Fürsprache halten. Doch dem Teufel missfällt die Beziehungsaufnahme zu Gott und er stört das Gebet.Gerade das Rosenkranzgebet öffnet Herz und Seele auf die Heilsgeschichte hin und lässt sie uns in den Geheimnissen betrachten. Der Rosenkranz, im 11. Jahrhundert durch die Zisterzienser begründet,  ist ein machtvolles Gebet. Dies hat sich in der Vergangenheit bei vielen Gelegenheiten gezeigt, wie 1955 in Österreich oder auch 1989 beim Fall der Mauer.Die Nachmittagseinheit leitete Pater Karl mit einem schwungvollen Halleluja-Kanon ein und berichtete kurz von seiner Lehrtätigkeit an der Hochschule und seinem klösterlichen Leben in der Abtei Heiligenkreuz. Die Hochschule Benedikt XVI. erfreut sich größter Beliebtheit und die große Zahl der Studierenden kaum fassen (von 62 Studenten im Jahr 1994 auf 235 in 2012). Auch sie ist dem unbefleckten Herz Mariens geweiht. Damit schloss Pater Wallner den Kreis zur Fatimabotschaft der Muttergottes.Mit ihrer Bitte um das tägliche Rosenkranzgebet an die Seherkinder hat die Gottesmutter gezeigt, dass sogar  jüngere Kinder zum Bitt- und Sühnegebet in der Lage sind. In der Verehrung des unbefleckten Herzens Marias bitten die Seherkinder um Vergebung der Sünden der Menschen, die nicht glauben und erbeten den Frieden. Sie nahmen die Gottesmutter ernst und genau so sollten auch wir handeln, denn ohne Maria keine Erlösung. Ihre Fürsprache bei Jesus führt uns zu Gott. Maria ist das Gegenkonzept zum Bösen, denn sie ist voll der Gnade. Sie will uns alle zum Himmel führen.Immer wieder streute Pater Karl Erfahrungen und Anekdoten in seinen Vortrag ein und so hätten die Teilnehmer noch lange zuhören können.Abschluss und Höhepunkt des Besinnungstages war das gemeinsame Rosenkrankgebet vor dem ausgesetzten Allerheiligsten und die Feier heiligen Messe, die Pater Wallner zelebrierte. In seiner Predigt fasste er nochmals die Eigenschaften des Rosenkranzgebetes zusammen:einfach, intensiv, demütig, bildhaft, beruhigend, liebevoll und mächtig – so ist der Rosenkranz.Vikar Stadtmüller dankte Prof. Wallner für seine geistlichen und sehr persönlichen Ausführungen und gab mit dem 10.10.15 gleich den Termin des  nächsten Besinnungstages des Fatima-Weltapostolates bekannt.Nach dem Schlusssegen durch Pater Karl traten die Teilnehmer, gestärkt im Glauben und erfüllt mit vielen geistlichen Impulsen, den Heimweg an.
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