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Besinnungstag im Exerzitienhaus HimmelspfortenIm Oktober vor 20 Jahren fand der erste Besinnungstag im Kloster Himmelspforten statt. Seither ist der Einkehrtag von den Verehrern der Fatima Muttergottes immer gut besucht gewesen. Am 3. November 2012 waren es wieder 120 Teilnehmer, darunter erfreulicherweise Studenten und junge Erwachsene.

Im Oktober vor 20 Jahren fand der erste Besinnungstag im Kloster Himmelspforten statt. Seither ist der Einkehrtag von den Verehrern der Fatima Muttergottes immer gut besucht gewesen. Am 3. November 2012 waren es wieder 120 Teilnehmer, darunter erfreulicherweise Studenten und junge Erwachsene.

Diözesanleiter Vikar Christian Stadtmüller konnte in diesem Jahr Spiritual Dr. Wolfgang Hartmann vom Priesterseminar Fulda begrüßen, der über das Thema „Die Feier der Eucharistie – Geheimnis des Glaubens“ gesprochen hat.

In seinem ersten Vortrag „Die Gegenwart Gottes suchen - Die Sehnsucht nach dem Erbarmen“ stellte der Referent die Frage: was bedeutet die Eucharistie für uns? Welche Beziehung besteht zwischen der täglichen Feier der Eucharistie und unserem Alltagsleben? Er zitierte unseren Papst, damals noch   Kardinal Ratzinger, der einmal sagte, „Die Übersetzung vom Lateinischen ins Deutsche war nicht so schwierig. Schwieriger ist die Übersetzung vom Deutschen ins Geheimnis.“

Dr. Hartmann setzte seine Ausführungen sehr gut verständlich  fort. „ Wir feiern in der Eucharistie drei ( vier ) Gegenwartsweisen Jesu, von denen die eine die andere jeweils vorbereitet bzw. einleitet. Diese dreifache Gegenwartsweise findet sich im Altarraum, sofern diese nach der neuen Liturgie gestaltet ist. Der Priestersitz ist Ausdruck der Gegenwart Jesus im Geheimnis seines mystischen Leibes. Der Ambo ist Ausdruck der Gegenwart Jesu in seinem Wort. Der Altar ist Ausdruck der Gegenwart Jesu in der Eucharistie. Christus ist Opferpriester, Altar und Opferlamm in einem.“

Der Referent versuchte nun im weiteren Verlauf seines Vortrages die Liturgie Schritt für Schritt zu durchgehen und das „ Ereignis der Liturgie“ zu erklären. Er stellte die biblische Geschichte der Emmausjünger vor, weil darin ein wunderbares Bild der Eucharistiefeier vor Augen gestellt ist.

„Zwei Menschen, die miteinander unterwegs sind, haben vieles verloren, sie haben Ihn verloren. In vieler Hinsicht gleichen wir den Emmausjüngern. Auch in unserem Leben gibt es Verluste, es gibt das, was in uns Schmerz bereitet. Die Jünger wussten irgendwie, dass sie mitschuldig waren, dass Jesus ans Kreuz geschlagen worden war. Im Grunde wussten sie, dass ihre Trauer mit dem Bösen zu tun hatte, einem Bösen, das sie in ihren eigenen Herzen erkennen konnten.

Die Voraussetzung dafür, dass wir Eucharistie feiern ist, dass wir sozusagen mit beiden Beinen fest auf der Erde stehen und unsere Mitverantwortung für das Böse übernehmen. Deshalb wird noch vor dem Ruf nach dem Erbarmen Gottes, das Schuldbekenntnis gebetet. Erst nach dem Bekenntnis der Gedankensünden folgt das Bekenntnis der Wort und Tatsünden. Das Gloria ist eine Fortsetzung des Kyrie, ein Lobpreis auf den auferstandenen erhöhten Herrn. An das Gloria schließt sich das Tagesgebet. Es bildet den ersten Höhepunkt in der Feier der Heiligen Messe. Der Priester lädt die Gemeinde ein, zusammen mit Christus zum Vater zu beten. In diesem vom Priester gesprochenen Sammelgebet bringt Christus die persönlichen Anliegen der Einzelnen als seine Anliegen vor den Vater.“

Im zweiten Teil seines Vortrages „Die Gegenwart Gottes erkennen – Das Hören des Wortes Gottes“ erläuterte Spiritual Hartmann die Bedeutung des Hörens.

„Hören ist eine Kunst. Vor allem dann, wenn es darum geht, in und hinter den Worten den zu erkennen, der zu uns spricht. An diese geheimnisvolle Gegenwart möchte uns vor allem der Wortgottesdienst in jeder Eucharistiefeier erinnern. Die Lesungen aus dem alten und neuen Testament und die anschließende Predigt werden uns angeboten, damit wir seine Gegenwart erkennen, wenn er mit uns in unserem Leben mit all seinen Verlusten, seiner Schuld und seinen Paradoxien unterwegs ist“.

„Schauen wir nochmals zu den Emmausjüngern, fuhr der Spiritual seinen Vortrag fort. Als sich Jesus mit den beiden traurigen Wanderern auf dem Weg unterhielt und ihnen die Worte der Schrift erklärte, da begann ihnen das Herz zu brennen. Sie erfuhren seine Gegenwart. Das Wort Gottes ist nicht ein Wort, das wir in unserem Alltagsleben in die Tat umsetzen sollen, es ist ein Wort, das uns durch unser Zuhören hier und jetzt und während dieses Zuhörens heilen möchte. Das Wort der Eucharistie lässt uns zu einem lebendigen Glied in der großen Heilsgeschichte werden. Das Wort richtet uns auf und öffnet uns die Augen, dass unser alltägliches, gewöhnliches Leben in Wirklichkeit ein geheiligtes Leben ist.“

Im letzten Teil seiner Auslegung „Die Gegenwart Gottes glaubenJesus in mein Leben einladen“ fasste Dr. Hartmann den Inhalt des Vorausgesagten zusammen.

„Der Wortgottesdienst bedeutet nicht nur hören, sondern auch ein betendes Antworten. Beim Beten des Glaubensbekenntnisses soll es uns um ein ganz bewusstes Bekennen unseres Glaubens  an den Dreifaltigen Gott gehen. Es ist so zu sagen das Ja – Wort zum Wort Gottes, das mich angesprochen hat. Damit ist ein Beziehungsgeschehen gemeint, das ich nun leben will. Zurück zu den Emmausjüngern. Sie laden den Fremden ein, bei ihnen zu bleiben. Dies ist interessant, betonte der Redner. Nicht Jesus bittet sie, dass er bei ihnen bleiben möge, sondern sie bitten Ihn, er möge bleiben. Wir können nur dann Eucharistie feiern, wenn wir es den Emmausjüngern gleich tun, wenn wir Jesus zu uns einladen. Vielleicht haben wir das noch nie so gesehen: dass die Eucharistiefeier auch eine Einladung an Jesus ist bei uns zu bleiben. Gewöhnlich stellen wir uns das umgekehrt vor: dass Jesus uns in sein Haus einlädt, an seinen Tisch, zu seinem Mahl. Es ist sehr wichtig deutlich zu sehen, dass sich Jesus uns nie aufdrängt. Wenn wir Ihn nicht einladen, bleibt er immer ein Fremder, vielleicht ein sympathischer Fremder, aber eben doch ein Fremder.“

Für uns bleibt nur eines, nämlich die demütige Bitte: „ Herr bleib doch bei uns“, mit diesen Worten beschloss der Referent seinen sehr guten Vortrag. Mit einem großen Beifall bedankten sich die Zuhörer, als auch Vikar Stadtmüller bei Spiritual Dr. Hartmann, und überreichte ihm „einen guten Tropfen“ vom Staatlichen Hofkeller, worüber er sich sehr freute. Danach gab es noch einen Grund zu Freude. Der geistliche Leiter Vikar Stadtmüller dankte dem Leiter des Laienapostolates Günther Werth und seiner Familie  für das unermüdliche Engagement für und im Fatimaapostolat in der Diözese, welches gleich drei Jubiläen feiern konnte. 30 Jahre Fatima- Apostolat, 25 Jahre Fatima- Feiern, 20 Jahre Besinnungstag und überreichte ihnen eine Urkunde, einen Blumenstrauß und einen Geschenkgutschein.

Eine Ausstellung auf 16  Fototafeln von den Anfängen des Fatima- Apostolates in der Diözese Würzburg konnten die Teilnehmer des Einkehrtages im Kreuzgang besichtigen. Der  Besinnungstag endete mit dem feierlichen Rosenkranz und  der Hl. Messe in der Hauskirche.

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